- »Inbegriff eines schwäbischen Dichtersängers« Deutsches
(Allgemeines Sonntagsblatt) - »Thomas Felder ist eine Institution, ein Phänomen, eine Legende in der deutschen Liedermacherszene«
(Musikmagazin Folker) - »Thomas Felder hat das Potenzial des Liedermachers immer weiter verschoben. Er schreibt nicht zum Xten Mal ein Liedchen, sondern zeigt, wohin es auch weiter gehen kann. Er lotet Grenzen aus und überschreitet sie. Nur wenn wir Grenzen hinter uns lassen, kommen wir in der Gegenwart an. Felder ist bepackt mit einer Sprachsouveränität der besonderen Klasse, die Musik nimmt er so ernst wie seine Ansagen und alles lebt auf den Punkt. Schwäbische Liedermacherei bekommt so etwas übergeordnetes Künstlerisches. Es geht hier um eine Kultur, die die Region weiter bringt.«
(Uli Führe in seiner Laudatio zur Verleihung des Sebastian Blau-Preises 2012)
Pressespiegel zum 50. Bühnenjubiläum:
- Reutlinger Generalanzeiger : Poesie mit Haltung
- Haller Tagblatt : Ein Stück Deutsche Geschichte
- Südwest-Presse : Ein echtes Alb-Unikat
- Murrhardter Zeitung : Geschichten vom Wandel der Zeit
- Fellbacher Zeitung : Ein lustiger, tiefsinniger und auch politischer Sprachjongleur
- Alb-Bote : Ein Tag Haft für das Gruorn Konzert
- Schwäbische Zeitung : Gesamtkunstwerk zwischen Folk, Klassik, Dada und wahrem Zorn
- Ludwigsburger Kreiszeitung : Ein denkwürdiges Kneipenkonzert
- Die Rheinpfalz Rundschau : Protestsongs mit einer ordentlichen Schippe Humor und Poesie
- INTERVIEW aus dem Evangelischen Gemeindeblatt. Lesen Sie Seite 1 und 2
- Schwäbisches Tagblatt zum 40. Bühnenjubiläum. Lesen Sie den Artikel
- »Im Lauf von drei Jahrzehnten hat er einen unverwechselbaren Stil entwickelt, ist vom Liedermacher-Archetyp Dylanscher Prägung zum mundartistischen Poeten gereift, der mit einer breiten Palette stilistischer und emotionaler Ausdrucksmittel spielt. Künstlerisch eher Vorreiter als Rückspiegler, beeinflußt von Folk, Blues, Jazz und Kirchenchorälen sorgt Felder auf sieben Instrumenten für musikalische Vielfalt. Neben Gitarre, Mundharmonika, Klavier und Trommel entlockt er dem 38-saitigen Monochord schwebende Sphärenklänge, fetzt rasende Läufe aus der Drehleier, läßt sie jubeln und stöhnen, röhrt in seine Posaune und läßt beide zusammen klingen wie eine Heerschar von Walen. Felder stößt Fenster in neue Sprachlandschaften auf, eröffnet ungewohnte Sichtweisen und Hörwelten. Aus scheinbar Sinnlosem rinnen Sinnsale, aus Stillstand wird Bewegnung.«
(Hohenloher Zeitung) - »Er hat etwas von einem Schamanen, wenn er singt, einem Schamanen allerdings, der mit einem Pietisten zu einer Allianz aus Heide und Christ verschmolzen ist. Ohne religiös-spirituelle Quellen im Hintergrund wäre die magische Wucht in seinen Liedern, die extatische Hingabe an noch die unscheinbarsten Aspekte des Alltagslebens im Lande, gar nicht zu verstehen. „Schwäbische Vesper“ heißt ein abendfüllendes Hauptwerk der letzten Jahre, in dem die Kleinform des Liedes durch Sammlung nach dem umspannenden Zusammenhang der großen Idee gegriffen hat, in der doppelten Bedeutung des Wortes „Vesper“ zwischen Brotzeit und Gottesdienst, schwäbisch auf überirdisch.«
(Christof Stählin im FOLKER Magazin für Lied-, Folk- und Weltmusik) - »Seine Schwäbische Vesper mit ihrer befreienden Musik, ein gepfeffertes Abendmahl!«
(Jens Peter Müller, Weserkurier) - »Die künstlerische Kraft dieses süddeutschen Dichter/Sängers ist so kompakt, dass sich niemand seiner Faszination entziehen kann. Und wer sich ihr nicht aussetzt, verpasst etwas. Er kann beides locker mit links: Die Lachbedürfnisse befriedigen und so zur Entspannung beitragen, die den Ernst des Alltags vergessen lässt. Und gleich darauf genau da packen und durchschütteln, wo es weh tut, wo das Gewissen sitzt und grummelt, weil jemand klarer Position bezieht, als man selbst. Er ist humorig, aber nicht plump und nie brachial, weder im Witz, noch in seiner Unerbittlichkeit, seinen Zuhörern und -schauern den Spiegel vorzuhalten.«
(Gerd Schinkel, WDR)
»Hälfte vom Läaba«, Thomas Felder CD: Flitterlampio
Die persönliche Empfehlung – von Karl-Heinz Schmieding, Saarländischer Rundfunk:
Der schwäbische Dichtersänger und Liedermacher Thomas Felder behauptet sich mit seinen sperrig-schönen Liedern seit vielen Jahren immer wieder auf den vordersten Plätzen der Liederbestenliste. Aktuelles Beispiel – wen wundert’s – das Lied »Amerika« Ich möchte Ihnen heute ein eher privates Lied von Thomas Felder empfehlen. Es wurde 1999 zum ersten Mal veröffentlicht und es ist für die CD »Filitterlampio« im Studio Tübingen des SWR neu eingespielt worden. Das Lied in schwäbischer Mudart heißt »Hälfte vom Läaba« – »Hälfte des Lebens« und stützt sich auf eines der schönsten Gedichte von Friedrich Hölderlin:
»Mit gelben Birnen hänget
Und voll mit wilden Rosen
Das Land in den See …«
Die Sommeridylle als harmonisches Bild für die eine Hälfte des Lebens. Im harten Kontrast dazu die Klage des Dichters über den drohenden Winter, die Erstarrung, die Vergänglichkeit:
Thomas Felder erzählt in seinem Lied eine ganz alltägliche Liebesgeschichte, in der Hölderlins Gedicht als lyrische Reminiszenz eine zentrale Rolle spielt. Die aus dem »heilig-nüchternen« Hochdeutschen ins kraftvolle Schwäbische übertragenen Verse werden von Felder behutsam ergänzt und mit einer Geschichte verknüpft: das ist die wehmütige Erinnerung an glückliche Stunden zu zweit, in denen der See ein Baggersee war und statt mit gelben Birnen und wilden Rosen mit Autoreifen, Batterien und leeren Cola-Dosen »verziert« war. Diese dennoch positive Erinnerung und letztlich die überraschende Wiederbegegnung mit der alten Liebe geben Felders Hölderlin-Bearbeitung etwas Tröstliches. In Hölderlins Gedicht bleibt das lyrische Ich allein mit seiner Klage. In Felders Nachdichtung gibt es so etwas wie Hoffnung und Zuversicht im Bild der Winterstarre und der Vergänglichkeit: herumtollende und spielende Kinder und nicht zuletzt das dierekt angesprochene Du.
Diese ins Schwäbische transponierte Hölderlin-Feldersche »Hälfte des Lebens« ist aber vor allem auch ein wunderschönes Lied mit einer einfachen und klaren Melodie, mit klassisch-strenger Begleitung (Klavier und Oboe) und von Thomas Felder mit Leidenschaft interpretiert – mit Leidenschaft für die Dichtung Hölderlins, aber auch für die Kraft der Poesie, die in der Mundart steckt.
Zusammenfassung von Presseberichten über Lesungen aus dem Buch Tante Esther, Roman von Arieh Eckstein, vorgestellt von Thomas Felder:
„Wenn ich groß bin, heirate ich eine Hure.“
Mit dem Verlust der jüdischen Kultur ist in Europa eine Farbe des Regenbogens abhanden gekommen, meint der Reutlinger Liedermacher Thomas Felder. Etwas davon will er zurücktragen, und er reist mit dem Roman „Tante Esther“ durch die Lande, den er zusammen mit Revital Herzog aus dem Hebräischen ins Deutsche gebracht hat. Es handelt sich um autobiographische Erzählungen des heute in Israel lebenden Malers und Autors Arieh Eckstein. Er schildert darin die Kindheit eines achtjährigen Jungen in Lodz – aus der Sicht ärmster Armut und doch mit einem Humor, dem auch leidvollste Erfahrungen nichts anhaben können.
Was zu Gehör kommt, kann als literarisch-musikalisches Vollwert-Menue bezeichnet werden. Thomas Felder versteht es mühelos, sich in den kleinen Avrum Leib, den Held der Geschichte, hineinzuversetzen. Eben wurde dieser von seiner Mutter verlassen und liegt nun bis auf die Knochen durchnäßt, frierend im Dreck, da wird er von seiner Tante, einer stadtbekannten Prostituierten aufgegabelt und mit Schokolade verwöhnt. Noch ist ihm schleierhaft, wie es möglich sein soll, daß die Tante all ihren Reichtum „mit dem Arsch“ bezahlen kann. Im „Garten Eden“ bei Tante Esther reift auch sein durchaus ernstgemeinter Entschluß: „Wenn ich groß bin, heirate ich einmal eine Hure.“ Kindlich phantasierte Tagträume werden immer wieder von der tragischen Wirklichkeit eingeholt, und trotzdem siegt das Lachen dabei.
Wenn es besonders spannend wird, unterbricht sich der Lesende mit seiner Musik. So können die Gedanken dem Vorgelesenen nachhängen und werden auf die nächste Passage eingestimmt. Wie im Flug verstreichen eineinhalb Stunden auf einer abenteuerlichen Gratwanderung zwischen wirklichkeitsnaher Drastik und zügellosem Sarkasmus, den man sich als typisch jüdisch zu bezeichnen angewöhnt hat.
In dem ersten ins Deutsche übersetzten Roman des heute 70-jährigen Eckstein mischt sich die Sturzflut der Erinnerung mit ironischer, keinesfalls aber zynischer Distanz. Eckstein nimmt sich die Freiheit, die Armut mit dem Charme der Burleske, zugleich aber auch mit Würde und Eleganz zu umgarnen. Chaplinesk könnte man dazu sagen, wäre die Geschichte nicht felsenfest im Milieu des Ostjudentums der 30er Jahre verankert. Not und Leid stehen hier im Dienst eines grotesken Schelmenstücks, bevölkert von Habenichtsen, denen eine Tasse Kakao der Himmel auf Erden bedeutet, und einem Gott, der mit Polizeimütze und Knüppel im Himmel thront und seinen Engeln befiehlt: „Laßt es jetzt regnen, damit Avrum Leib naß wird.“
Das Buch wurde in Israel binnen kurzer Zeit zum Bestseller und ist ins Englische, Französische und Polnische übersetzt worden. Als ein besonderer Glücksfall ist das Teamwork der Hebräerin und des schwäbischen Sprach-Musikers zu werten, und es bleibt zu hoffen, daß möglichst viele Deutsche diesen Eckstein kennenlernen, der die Deutschen nach eigener Aussage persönlich vor allem aus den „Pensionen“ Auschwitz und Buchenwald kennt.